Neues aus der Wissenschaft

PMOS statt PCOS: Hintergrund der Namensänderung

 

Auf dem Kongress der europäischen Gesellschaft für Endokrinologie (ESE) in Prag wurde Anfang Mai der Begriff des PMOS (Polyendocrine Metabolic Ovarian Syndrome) in die Fachwelt eingeführt (Teede et al. Polyendocrine metabolic ovarian syndrome, the new name for polycystic ovary syndrome: a multistep global consensus process. Lancet 2026; May 12: Online ahead of print; https://doi.org/10.1016/s0140-6736(26)00717-8).

Hintergrund ist ein mehrjähriger Konsensusprozess einer internationalen Allianz von Fachgesellschaften mit dem Ziel, den missverständlichen Begriff des Polyzstischen Ovarsyndroms (PCOS) abzulösen. Bis zu eine von 6 Frauen weltweit leidet unter den mit dem PCOS verbundenen Symptomen wie Zyklusstörungen, damit verbundenem unerfüllten Kinderwunsch und/oder Androgenisierung. Schon lange ist bekannt, dass Patientinnen mit einem PCOS auch gehäuft Besonderheiten im Stoffwechsel wie eine Insulinresistenz und damit häufiger verbundene Adipositas sowie erhöhte kardiovaskuläre Risiken im späteren Leben aufweisen. Darauf soll mit der Namensänderung verstärkt hingewiesen werden und somit Missverständnissen über „Ovarialzysten“ vorgebeugt werden.

Der Name PCOS wird in der Übergangsphase weiterhin gebräuchlich bleiben, unter anderem in den zum PCOS bestehenden aktuellen Leitlinien (Teede et al. Recommendations from the 2023 International Evidence-based Guideline for the Assessment and Management of Polycystic Ovary Syndrome. Hum. Reprod. 2023; 38: 1655-1679; https://doi.org/10.1093/humrep/dead156; 089-004l_S2k_Diagnostik-Therapie-polyzystisches-Ovarsyndrom-PCOS_2025-08.pdf). Die dort zusammenfassend dargestellten Empfehlungen bilden unverändert den aktuellen und uns allen bekannten Stand zu Diagnostik und Therapieoptionen ab.

Durch die Einführung der neuen Nomenklatur des PMOS parallel zum etablierten Begriff PCOS kann die angestrebte Umsetzung in der medizinischen Fachwelt wie auch bei betroffenen Patientinnen und der breiteren Öffentlichkeit gelingen.

Prof. Dr. med. Barbara Sonntag